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Versteckter Zucker in Lebensmitteln

Durchschnittlicher Zuckergehalt in unterschiedlichen Lebensmitteln

Durchschnittlicher Zuckergehalt in unterschiedlichen Lebensmitteln

Bekannt ist: In Süßigkeiten steckt meist viel Zucker. Was viele aber nicht wissen: Auch in Fruchtjoghurt, Ketchup oder Säften sind oftmals hohe Mengen des weißen Süßungsmittels versteckt. Wie erkennt man übermäßig gezuckerte Lebensmittel und welche Alternativen gibt es?


Maximal 25 Gramm Zucker pro Tag empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO für Erwachsene – das sind sechs Teelöffel oder acht Stück Zucker. In der Realität liegt der Zuckerkonsum um ein Vielfaches höher. Schon ein Becher Fruchtjoghurt enthält oft mehr als die halbe Tagesration. »Lebensmittel für Kinder werden noch süßer angeboten als vergleichbare Lebensmittel für Erwachsene, da Kinder süßen Geschmack bevorzugen«, erläutert die Ernährungsexpertin Yvonne Sievers. »Zuckerhaltige Lebensmittel sind aber nur für den Genuss geeignet – das setzt einen maßvollen Umgang voraus. Wenn häufiger am Tag zuckerreiche Lebensmittel gegessen werden, schüttet der Körper ständig erneut Insulin aus, wodurch die Fettverbrennung gemindert wird. Zusätzlich liefert Zucker viele leere Kalorien, die nicht zur Sättigung beitragen.«

Ein Blick auf die Nährwertangaben von Lebensmitteln offenbart den Zuckergehalt. In der Zutatenliste versteckt sich Zucker oft hinter Bezeichnungen, die auf -ose enden. Doch warum überzuckern viele Hersteller ihre Produkte überhaupt? »Zucker ist ein Geschmackslieferant. Für die Industrie steht nicht der Gesundheitswert im Vordergrund, sondern die Steigerung der Nachfrage. Zudem ist Zucker eine wichtige Zutat, um Lebensmittel haltbar zu machen«, erklärt Yvonne Sievers. Die Ernährungsexpertin rät, schon beim Einkauf die Nährwertangaben auf den Lebensmitteln miteinander zu vergleichen und sich bewusst für Lebensmittel mit einem geringen Zuckergehalt zu entscheiden. »Wer selbst kocht und backt, kann den Zuckergehalt Schritt für Schritt reduzieren. Es ist erstaunlich, wie rasch sich der eigene Geschmackssinn verändert und mit weniger Zucker auskommt.«

Tipps für eine zuckerreduzierte Ernährung: 
• Mischen Sie sich Ihren Fruchtjoghurt selbst, indem Sie Naturjoghurt kaufen und die Früchte selbst hineinrühren.
• Halbieren Sie bei Rezepten die Zuckermenge.
• Meiden Sie überzuckerte Fertigprodukte wie Tiefkühlpizza, Fertigmüsli, Grillsaucen oder Kartoffelsalat und bereiten Sie diese Mahlzeiten lieber selbst zu.
• Trinken Sie Mineralwasser, ungesüßten Kräutertee und Saftschorle statt Limonade, Cola oder Fruchtsaft.
• Greifen Sie lieber zu Obst statt zu Schokolade, wenn Sie Appetit auf Süßes bekommen.
• Verwenden Sie Apfelessig statt Balsamico und setzen Sie auf Mandelmus statt Nuss-Nougat-Creme.


Ernährungsexpertin Yvonne SieversYvonne Sievers ist seit vielen Jahren Partnerin der atlas BKK ahlmann für die betriebliche Gesundheitsförderung sowie die gesunde Ernährung in Schulen und Kitas in Schleswig-Holstein. Die staatlich examinierte Diätassistentin mit Spezialisierung Pädiatrie (Kinderheilkunde) besitzt einen Bachelor in Bildungswissenschaft und zahlreiche weitere Zusatzqualifikationen – unter anderem als Adipositastrainerin. Im schleswig-holsteinischen Rickert hat sie eine eigene Praxis für Ernährungstherapie. Die 37-Jährige ist Mutter von zwei Töchtern (vier und sechs Jahre alt), die ihr Interesse an gesunden leckeren Speisen bereits entdeckt haben und sich als kleine Kochkünstler in der Küche bereits ausprobieren.