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Was tun bei Sodbrennen?

Zuckerfreies Kaugummi ohne Fruchtgeschmack oder Menthol kann bei akutem Sodbrennen helfen (Auf dem Foto: Heike Messyasz)

Zuckerfreies Kaugummi ohne Fruchtgeschmack oder Menthol kann bei akutem Sodbrennen helfen (Auf dem Foto: Heike Messyasz)

Es brennt schmerzhaft hinter dem Brustbein, mitunter begleitet von saurem Aufstoßen und einem Rückfluss von Magensäure bis in den Rachenraum – Sodbrennen ist alles andere als angenehm. Eine üppige Mahlzeit kann der Auslöser sein, es sind aber auch andere Ursachen möglich.

 

Aufsteigen der Magensäure
Der opulente Festtagsbraten, süßes Naschwerk, Kaffee, Alkohol – in der Weihnachtszeit wird dem Magen einiges zugemutet. Der ausufernde Genuss kann Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen nach sich ziehen, aber auch zu Sodbrennen führen. Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Diesen Rückfluss bezeichnen Mediziner als »Reflux«. Eigentlich verhindert der Magenverschluss am Ende der Speiseröhre, dass es zu einem Reflux kommt. Ein üppiges Mahl kann beispielsweise die Schließfunktion vorübergehend beeinträchtigen. Da Magensäure zu einem geringen Teil aus Salzsäure besteht, reizt sie bei Rückfluss in die Speiseröhre die dortige Schleimhaut. Diese Reizung verursacht das unangenehm brennende Gefühl, das bis in den Rachen reichen kann.

       Häufiges Sodbrennen ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich werden Normaler Zustand und Reflux

Refluxkrankheit
Wer sich den Magen zu sehr vollgeschlagen hat, muss sich über Sodbrennen also nicht wundern. Grund zur Sorge besteht in der Regel nicht, denn normalerweise bleibt der Reflux ohne weitere Folgen. Immer mehr Menschen leiden jedoch unter der sogenannten »gastroösophagealen Refluxkrankheit«. Bei dieser Erkrankung tritt der Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre häufig auf oder ist sehr stark. Kommt die Schleimhaut der Speiseröhre immer wieder oder zu lange mit der Magensäure in Kontakt, kann sie sich entzünden. Auch Schleimhautveränderungen können sich bei einigen Patienten entwickeln. Zu einem solchen »Barrett-Ösophagus« kommt es schätzungsweise bei 5 von 100 Refluxpatienten. Bei ihnen ist das Risiko für Speiseröhrenkrebs etwas erhöht.

Ärztliche Hilfe

Beeinträchtigen Sodbrennen und Aufstoßen die Lebensqualität, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Bei starken Refluxbeschwerden sollte man sich an einen Facharzt wenden.

Ursachen der Refluxkrankheit
Die Refluxkrankheit kann unterschiedliche Ursachen haben. So kann beispielsweise ein Zwerchfellbruch zu einer Störung der Schließfunktion des Magens führen. Auch Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Stress und Medikamente haben möglicherweise einen Einfluss auf die Entstehung der Krankheit – geklärt ist dies aber noch nicht. Erfahrungsberichte von Patienten zeigen, dass Veränderungen bestimmter Lebensgewohnheiten oftmals zu einer Besserung der Beschwerden beitragen können.

Was kann man selbst tun?
Wenn man häufig unter Sodbrennen leidet, kann es hilfreich sein, Lebensgewohnheiten zu ändern. Ob die Maßnahmen die Beschwerden wirklich lindern, hängt aber von den tatsächlichen Ursachen ab.

Auslöser meiden: Bei einigen Menschen tritt Sodbrennen insbesondere nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel auf. Das kann individuell unterschiedlich sein und man braucht etwas Geduld, um herauszufinden, welche Speisen nicht vertragen werden. Oft handelt es sich um sehr fettige oder säurehaltige Lebensmittel, die das Sodbrennen auslösen, zum Beispiel Schokolade oder Zitrusfrüchte. Eine Empfindlichkeit kann aber auch gegenüber Kaffee, Alkohol, Nikotin, stark gewürzten Speisen oder kohlensäurehaltigen Getränken vorliegen. Findet man für sich heraus, dass bestimmte Lebens- oder Genussmittel zu Sodbrennen führen, kann sich ein entsprechender Verzicht positiv auswirken.

Übergewicht reduzieren: Übergewicht kann zu Störungen des Magen-Darm-Systems führen. Experten der DGVS haben beobachtet, dass es übergewichtigen Patienten mit Refluxbeschwerden oft besser geht, wenn sie ihr Gewicht reduzieren.

Auf späte Mahlzeiten verzichten: Wer vor allem nachts unter Sodbrennen leidet, sollte kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr essen. Die letzte Mahlzeit sollte spätestens drei Stunden vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

Körperliche Aktivität: Einige Patienten haben festgestellt, dass sie seltener unter Sodbrennen leiden, wenn sie regelmäßig sportlich aktiv sind. Da Bewegung sich ohnehin förderlich auf die Gesundheit auswirkt, ist es in jedem Fall ratsam, regelmäßig etwas für die Fitness zu tun.

Nach dem Essen Kaugummi kauen:
Das Kauen von Kaugummi regt den Speichelfluss an und reduziert die Säurelast im Magen – bei Menschen, die unter der Refluxkrankheit leiden, ist dieser Effekt besonders ausgeprägt. Das Kauen von Kaugummi kann daher dazu beitragen, unangenehmem Sodbrennen vorzubeugen.

 

 

Ernährungsberatung inklusive: Eine Ernährungsberatung hilft Ihnen dabei, Ihre Ernährung umzustellen. Wir erstatten Ihnen die Kosten einer Erstberatung bis zu einer Höhe von 60 Euro sowie jeweils bis zu 40 Euro für maximal vier Folgeberatungen. Voraussetzung ist, dass Sie aufgrund einer Erkrankung einer besonderen Ernährung bedürfen und die Beratung von Ihrem Arzt verordnet ist.

 

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (www.dgvs.de)
Deutsches Ärzteblatt (www.aerzteblatt.de)
Gesundheitsinformation.de (www.gesundheitsinformation.de)
Berufsverband Deutscher Internisten e. V. (www.internisten-im-netz.de)


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