Inhalt

Atemaussetzer im Schlaf

Lautes Schnarchen stört oft auch den Schlaf des Partners – für unser Foto dargestellt von Alexandra Legun (Referat Versicherungen)

Lautes Schnarchen stört oft auch den Schlaf des Partners – für unser Foto dargestellt von Alexandra Legun (Referat Versicherungen)

Die Luft strömt ungehindert durch Mund und Nase

Die Luft strömt ungehindert durch Mund und Nase

Das Schnarchen entsteht durch eine Verengung des Luftweges

Das Schnarchen entsteht durch eine Verengung des Luftweges

Atemaussetzer können bei der obstruktiven Schlafapnoe Hunderte Male pro Nacht auftreten und teilweise mehrere Minuten anhalten

Atemaussetzer können bei der obstruktiven Schlafapnoe Hunderte Male pro Nacht auftreten und teilweise mehrere Minuten anhalten

Die Unterkieferprotrusionsschiene verhindert den Verschluss des Atemweges

Die Unterkieferprotrusionsschiene verhindert den Verschluss des Atemweges

Je nach Häufigkeit und Dauer können Atemaussetzer während des Schlafs zu einem Gesundheitsrisiko werden. Besonders häufig sind Schnarcher betroffen. In bestimmten Fällen kann eine Schienentherapie gegen die Atemstörungen und oft auch gegen das Schnarchen helfen. Wir übernehmen die Kosten.


Atemstörungen bleiben oft unbemerkt

Normalerweise ist Schnarchen harmlos. Treten während des Schlafs jedoch längere Atempausen auf, ist dies mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Mediziner sprechen dann von einem Schlafapnoe-Syndrom. Anzeichen können beispielsweise massive Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen und Abgeschlagenheit sein. Die Betroffenen bemerken ihre nächtlichen Atemstörungen häufig gar nicht. Oft fallen sie dem Partner oder der Partnerin auf. Einen solchen Hinweis sollte man daher ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.

Diagnose: Schlafapnoe
Eine mögliche Ursache für die Atemaussetzer kann die sogenannte obstruktive Schlafapnoe sein. Hierbei erschlafft während des Schlafs die Muskulatur der oberen Atemwege. Dadurch verengt sich der Rachenbereich und blockiert den Atemfluss. Ist der Atemfluss nicht vollständig blockiert, sondern nur behindert, liegt ein Upper Airway Resistance Syndrom vor. Bei Atemaussetzern oder einer flachen Atmung kommt es zu einer Weckreaktion, die vom zentralen Nervensystem ausgelöst wird: Der Betroffene wacht kurz auf und schnappt nach Luft. Erinnern kann er sich daran am nächsten Morgen meist nicht, obwohl solche Weckreaktionen im Laufe der Nacht viele Male auftreten können. Für die Diagnose müssen während des Schlafs die Atemgeräusche, der Atemfluss, die Atembewegungen, die Herzfrequenz und die Sauerstoffsättigung des Blutes gemessen werden. Anhand der Messdaten kann der Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Schlafmediziner beurteilen, ob es sich um harmloses Schnarchen oder eine Schlafapnoe handelt und weitere Untersuchungen erforderlich sind.

Gesundheitliche Folgen

Auch wenn die Weckreaktionen von vielen Betroffenen nicht bemerkt werden, mindern sie den Erholungswert des Schlafs und können sogar den Tiefschlaf verhindern. Die Lebensqualität ist beeinträchtigt, die Betroffenen sind müde, fühlen sich schlapp und weniger leistungsfähig. Einige nicken tagsüber ein, sobald sie längere Zeit sitzen. Gefährlich wird es, wenn solche Schlafattacken während des Autofahrens auftreten. Zudem erhöht eine langfristig unbehandelte Schlafapnoe das Risiko einer schweren Erkrankung – wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschädigungen und Diabetes Typ 2.

Schweregrad und Therapie
Je nach Schweregrad der obstruktiven Schlafapnoe legt der behandelnde Arzt ein Therapiekonzept fest. Bei einer leichten Schlafapnoe wird meist konservativ und medikamentös therapiert. So haben sich beispielsweise Schlafpositionstrainings als sinnvoll erwiesen. Bei Übergewicht ist die Gewichtsreduktion Teil der Therapie. Auf Alkohol und Beruhigungsmittel sollte verzichtet werden, weil sie die Erschlaffung der Rachenmuskulatur begünstigen. Liegt eine mittelgradige oder schwere Schlafapnoe vor, kommt zusätzlich eine apparative Therapie zum Einsatz. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um eine nasale Drucklufttherapie über eine Atemmaske. Ziel dieser Therapie ist es, die Atemwege während des Schlafs geöffnet zu halten. Doch diese Therapieform ist nicht für jeden Patienten geeignet. In einigen Fällen kommt daher auch die Behandlung mit einer Unterkieferprotrusionsschiene infrage.

Die Unterkieferprotrusionsschiene
Die Schiene wird individuell für den Betroffenen von einem speziell qualifizierten Zahnarzt angepasst. Vor dem Schlafengehen setzt der Patient die Schiene ein. Sie zieht den Unterkiefer leicht nach vorn und verhindert so das Verschließen des Rachenraumes und die Atemaussetzer. Auch das Schnarchen wird damit häufig unterbunden. Anfangs ist das Tragen der Schiene etwas unangenehm, doch die meisten Patienten gewöhnen sich schnell daran und fühlen sich ausgeschlafener und leistungsfähiger als vor der Behandlung.

Kostenübernahme
Die Kostenübernahme für die Unterkieferprotrusionsschiene ist nicht Teil der gesetzlichen Krankenkassenleistungen. Dennoch übernehmen wir in bestimmten Fällen die Kosten, wenn Ihr Arzt Ihnen aufgrund eines Upper Airway Resistance Syndroms oder einer leicht- bis mittelgradigen Schlafapnoe eine Unterkieferprotrusionsschiene verordnet. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Verordnung durch einen zertifizierten Behandler nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Schlafmedizin e. V. (DGZS) erfolgt. Lediglich den vorgeschriebenen Eigenanteil zahlen Sie selbst.

Tipps und Informationen
Sprechen Sie mit Ihrem Kundenberater, wenn Sie mehr über die Kostenübernahme bei Verordnung einer Unterkieferprotrusionsschiene erfahren möchten. Sie erreichen uns unter der kostenfreien  Servicenummer 0800 0435510.




Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin e. V. (www.dgsm.de);
Deutsche Gesellschaft Zahnärztliche Schlafmedizin e. V. (www.dgzs.de);
Gesundheitsinformation.de (www.gesundheitsinformation.de)


Keine Artikel in dieser Ansicht.
Keine Artikel in dieser Ansicht.